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24.01.2021

OTTO-Group in Hamburg Resolution: AfA Hamburg fordert, sich weiter für den Erhalt des Retourenbetriebs einzusetzen

Resolution des AfA Landesvorstandes Hamburg an den SPD-Landesvorstand und die Mitglieder der SPD-Bürgerschaftsfraktion zur geplanten Schließung des Retourenbetriebs der OTTO-Group in Hamburg

Die AfA Hamburg bittet die Mitglieder des Hamburger SPD-Landesvorstandes und die Mitglieder der SPD-Bürgerschaftsfraktion, sich weiterhin auf allen Ebenen dafür einzusetzen, dass das Retourenzentrum der OTTO-Group in Hamburg erhalten bleibt.

Im letzten Jahr war es ein großer Aufreger: Die OTTO-Group plant nach 60 Jahren die Schließung des Retourenbetriebs in Hamburg für die zweite Jahreshälfte 2021. Große Empörung erfasste "Politik" und "Journaille". Haben doch die 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jahrelang durch Lohnverzicht ihren Beitrag zur Standortsicherung geleistet.

Der Betriebsratsvorsitzende der Hermes Fulfilment GmbH in der OTTO-Group, Dirk Schmidt, hat im November in einem Appell die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft um Hilfe gebeten. Er führt an, dass etliche Kolleginnen und Kollegen seit 20, 30 und sogar 40 Jahren für das Familienunternehmen OTTO arbeiten. Unter ihnen mehr als 100 Schwerbehinderte/Gleichgestellte. Mit einem Durchschnittsalter von über 50 Jahren sind sie von sozialer Armut bedroht. Dem kann und muss hinzugefügt werden, dass 80% der Beschäftigten Frauen sind.

Jan Koltze, Fachsprecher für den Arbeitsmarkt in der SPD-Bürgerschaftsfraktion, hatte bereits im September die OTTO-Group aufgefordert, ihre Entscheidung zu überprüfen. Auch ver.di als zuständige Gewerkschaft ist empört über die Pläne und fand deutliche Worte. Denn gerade die "soziale Verantwortung" wird von OTTO werbewirksam mit dem Motto "Compliance ist Haltung, die wir zeigen" in den Mittelpunkt gestellt.

Dr. Michael Otto, Vorstandschef von 1981 bis 2007, wurde als "Unternehmer mit sozialem Gewissen" bezeichnet. Er erhielt, auch vor diesem Hintergrund, mehr als 30 Ehrungen; darunter 1999 den Ehrensenator der Universität Hamburg, 2006 das große Verdienstkreuz mit Stern und 2013 die Ehrenbürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Erst vor gut zwei Jahren wurde Dr. Michael Otto vom Ersten Bürgermeister anlässlich seines 75. Geburtstages im Namen des Senats der Ehrentitel "Professor" verliehen. In der Begründung hieß es: "Er geht seinen unternehmerischen Weg mit großer gesellschaftlicher Verantwortung und hat dabei auch stets das Wohl der Stadt im Blick."

Doch obwohl die Familie Otto noch immer großen Einfluss auf die OTTO-Group hat, heißt es jetzt: "Der Retourenbetrieb in Hamburg ist wirtschaftlich - trotz technisch hohem Niveau und hervorragend arbeitender Kolleg*innen - nicht mehr rentabel und kann deshalb leider nicht länger aufrechterhalten bleiben". Und das, obwohl die OTTO-Group im Geschäftsjahr 2019/20 mit 14,3 Milliarden Euro Umsatz ein Plus von 4,8 Prozent erzielte.

Mit einer Beschäftigungsinitiative startete OTTO 1999 ein Projekt, das unter anderem älteren Langzeitarbeitslosen wieder eine berufliche Perspektive vermitteln sollte. Im Jahr 2021 plant OTTO ein Projekt, durch das der Mehrheit der 840 Beschäftigten des Retourenzentrums Langzeitarbeitslosigkeit droht. Passt das zusammen?

Die AfA Hamburg sagt NEIN. Und bittet inständig, nicht zu früh die Bemühungen um den Erhalt des Retourenbetriebs einzustellen. Denn auch die Orte, an die der Retourenbetrieb verlagert werden soll, Lodz (Polen) und Pilsen (Tschechien), sollten hinsichtlich der EU-Forderung nach Rechtsstaatlichkeit sehr genau betrachtet werden.